Spieltrieb

Nach einem Roman von Juli Zeh

Was passiert, wenn Liebe, Ökonomie und Politik nur noch als abgeschmackte Wettkampfdisziplinen erscheinen, nachdem die Fronten von "Gut" und "Böse" unter dem Eindruck von Terrorismus und den Spätfolgen einer zusammengestürzten Weltordnung durcheinandergeraten sind? Wie sollen wir uns verhalten, wenn die alten Wertvorstellungen überholt sind, aber noch keine neuen in Sicht?
Das einzige was bleibt ist der Spieltrieb.
An einem Gymnasium, irgendwo in der Mitte Deutschlands, entwickelt sich die Geschichte einer obsessiven Abhängigkeit zwischen einer Schülerin und einem Schüler, Ada und Alev, aus der sich erst die Bereitschaft, dann der Zwang zu Taten ergibt, die alle Grenzen der Moral, des menschlichen Mitgefühls und des vorhersehbaren Verhaltens überschreiten. Die beiden jungen Menschen wählen sich ihren Lehrer Smutek als Ziel einer ausgeklügelten Erpressung und zwingen ihn von Woche zu Woche zu perfideren Spielen.
Drei Schauspieler und 10 Spielfiguren erzählen eine Geschichte, verhandeln ein philosophisches Konzept, fragen nach den Grenzen von Moral und Unmoral und halten eine Lupe auf die Konflikte der jungen Generation.

"Mir war so, als sei dies ein Ort für wirklich kluge, wirklich kaputte, wirklich kategorische Menschen."

Pressestimmen

Göttinger Tageblatt
Perfides Spiel über rauschender Grone (...) Mit der Inszenierung Spieltrieb nach dem gleichnamigen Roman von Juli Zeh hat Werkgruppe 2 einen neuen Spielort in Göttingen besetzt: das alte Magazin in der Saline Luisenhall. (...) Juli Zehs Roman Spieltrieb ist ein gewichtiges Werk... Daraus einen rund zweistündigen Theaterabend zu dramatisieren, ist eine große Aufgabe, die Regisseurin Julia Roesler mit ihrem Team überraschend tragfähig gelöst hat. Ein überaus gelungener Start, der darauf hoffen lässt, dass sich das Theater mit regelmäßigen Projekten dort etabliert.

Hildesheimer Allgemeine Zeitung
Mit präziser Sprache zeichnet Spieltrieb ein Bild des komplexen und widersprüchlichen Innenlebens von Jugendlichen, deren Intelligenz eine gefährliche Verbindung eingeht mit dem Vakuum an Sinn und Werten, unter dem sie leiden. (...) Die Stärke der Inszenierung liegt darin, das Publikum immer wieder in jenen Zustand zu versetzen , in dem es nicht mehr weiß, ob es nun entsetzt sein oder lachen soll. Ob Demütigung per Witz oder Entjungferung per Akkuschrauber: Die Verunsicherung über die eigenen moralischen Spielregeln ist der beste Ansatzpunkt, sich in die komplexe Welt der Figuren einzudenken und sie ernst zu nehmen.

Kultur3
Das Szenario berührt und fasziniert, schwankt zwischen peinlicher Komik und beklemmender Grausamkeit.

Premiere:
07.September 2006

Saline Luisenhall
Altes Magazin
Göttingen

Regie & Textfassung Julia Roesler
Musik Insa Rudolph
Bühne & Kostüme  Nicola A. Schmid

Schauspieler Franziska Roloff; Oleg Zhukov; Götz Lautenbach

 

 

                       Niedersächsische Lottostiftung