ÜBERLEBEN

Ein dokumentarisches Theaterprojekt

Die Klinikmorde, die zwischen 2000 - 2005 in den Krankenhäusern Oldenburg und Delmenhorst geschehen sind, übersteigen unsere Vorstellungskraft. Die Anzahl der Getöteten und der versuchten Tötungen ist zu hoch, der Zeitraum, in dem der Täter über viele Jahre scheinbar unbemerkt handelte, zu lang und das Vertrauen in das medizinisches Versorgungssystem, dem auch wir jederzeit ausgeliefert sein können, wurde unmittelbar zerstört.

Wie geht eine Stadt mit diesem Ereignis um, das jetzt Teil der eigenen Geschichte ist? 

Das Theaterprojekt sucht nach den offenen Fragen und nach den Leerstellen in den Erzählungen, die das Verstehen des Geschehenen so schwierig machen. Denn von Lücken ist das gesamte Geschehen und seine Aufarbeitung geprägt. Das Theaterprojekt sammelt und ordnet dieses Nicht-Wissen: die Leerstellen, die fahrlässigen Unterlassungen, die aufgestauten Emotionen, die unbeachteten Erinnerungen. So kann eine Auseinandersetzung entstehen, die im weitesten Sinne vom Überleben handelt: Angehörige leben ohne ihre getöteten Verwandten weiter, Menschen haben dank geglückter Reanimationen Tötungsversuche überlebt, Zeugen ringen um ihre Glaubwürdigkeit, Krankenschwestern und Ärzt*innen erfüllen ihre Dienste in den Krankenhäusern Oldenburg und Delmenhorst gewissenhaft und brauchen dazu das Vertrauen der Patient*innen. 

Die Grundlage für die Inszenierung bilden Interviewtexte und O-Töne, die wortwörtlich von Schauspieler*innen wiedergegeben werden, sowie musikalische Neukompositionen für ein Bläser-Trio.

Das Projekt entsteht als Koproduktion von werkgruppe2 und dem Oldenburgischen Staatstheater.

Premiere:

Februar 2020

Kleines Haus

Staatstheater Oldenburg

Konzept und Recherche Julia Roesler, Silke Merzhäuser und das Ensemble

Regie Julia Roesler

Dramaturgie Silke Merzhäuser, Marc-Oliver Krampe

Komposition Insa Rudolph

Ausstattung Charlotte Pistorius

Musikalische Leitung Jan Schreiner

Mit: Caroline Nagel, Nientje Schwabe, Klaas Schramm, Thomas Lichtenstein, N.N., N.N.

 

 

 

 

 

 

 

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